Porsche Traktoren

Wissenswertes über Porsche Diesel Traktoren

Die Geschichte der Porsche Diesel Traktoren geht zurück bis ins Jahr 1937. Ferdinand Porsche erhielt von Hitler den Auftrag, einen Volksschlepper zu entwerfen.
Mit diesem Schlepper sollte die Landwirtschaft im Reich flächendeckend motorisiert werden. Der Traktor sollte billig in der Anschaffung und im Betrieb, universell einsetzbar und einfach zu bedienen sein.  Kriegsbedingt blieb die Konstruktion aber im Prototypenstadium stecken. Nur einige Testschlepper wurden fertiggestellt. Der Typ 110 hatte einen luftgekühlten Zweizylindermotor im Rücken des Fahrers und eine Ladefläche vorne. Daraus wurden die Typen 111, 112 und 113 entwickelt. Diese besaßen bereits die Porsche typischen Merkmale wie Ölreinigungsschleuder, Differentialsperre, Zapfwelle, Mähantrieb und den Motor vorne. Einzig der Dieselmotor war noch nicht verbaut. Im Sommer 1944 siedelte das Konstruktionsbüro Porsche nach Gmünd in Kärnten um. Dort entstand der Typ 313 dessen Fertigungslizenz 1949 von den Allgaier-Werken in Uhingen erworben wurde. Dieser Allgaier Porsche 17 war mit einem 18 PS starken Zweizylinder-Viertakt-Dieselmotor ausgestattet und wurde auf der DLG-Ausstellung 1950 in Frankfurt vorgestellt. Der Schlepper war in Blockbauweise als Leichtbau konstruiert und besaß, einen elektrischen Starter eine wartungsarme Ölschleuder und eine ölhydraulische Anfahrkupplung. Das System Füttinger-Voith arbeitet mit 2 Rädern in einem zur Hälfte mit Öl gefüllten Gehäuse. Das Pumpenrad ist mit dem Motor direkt verbunden. Das Turbinenrad sitzt auf der Getriebewellen. Bei laufendem Motor schleudert das Pumpenrad das Öl nach außen in das Turbinenrad. Bei steigender Drehzahl wird dadurch der Kraftschluß hergestellt. Der Traktor kann in jedem beliebigen Gang angefahren werden. Anfahren am Berg oder unter großer Last ist einfach - ein Abwürgen des Motors nicht möglich. Landwirte, die gerade vom Pferdefuhrwerk auf einen Schlepper umstiegen hatten keine Probleme mit der Technik. Der Schlepper konnte auch von Frauen und Kindern gefahren werden. Das war der eigentliche Clou. Dazu kam ein gnadenlos niedriger Preis von 4500 DM. Das Werk wurde mit Bestellungen überhäuft und musste die Fertigung in das alte Dornier-Werk ausdehnen. 1952/53 wurde die Angebotspalette mit Hilfe aus dem Hause Porsche modernisiert. Im Baukastenprinzip standen jetzt die Typen A 111,
A 122, A133 und A 144 zum Verkauf. Wesentliche Bauteile wie Kolben, Zylinder, Zylinderkopf und Lager sind austauschbar. Die Schlepper verkauften sich wie warme Semmel – mehr als ein Drittel der Produktion ging in den Export. Dieser Erfolg wurde Erwin Allgaier unheimlich. Er scheute auch anstehende Investitionskosten. 1955 ging das Porsche System zurück an den Namensgeber. 1956 wurde die „Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH Friedrichshafen am Bodensee“ gegründet. Die Firma ist in den Mannesmann Konzern eingegliedert. Dort wurde der Bau der Schlepper und auch der Stationärmotoren fortgesetzt. In der Typenbezeichnung verschwand das A für Allgaier. Es wurde ersetzt durch ein P für Porsche. Gleichzeitig erhielten die Schlepper die schlanke, charakteristische Motorhaube mit neuem Schriftzug. Das Werk hatte einen hervorragenden Kundendienst. Die Monteure reisten im blauen VW-Bulli Werkstattbus bis aufs Feld zum Kunden. 1958 lag Porsche in der Zulassungsstatistik auf dem 2. Platz hinter Deutz. Doch bereits 1960 begann die Krise. Der Markt war gesättigt und die Zahl der Neuzulassungen sank bei allen Herstellern. 1961 wurden ca. 16500 Traktoren verkauft ein Jahr später bereits 10000 weniger – für das auf Masse ausgerichtete Werk eine Katastrophe. Im Spätsommer 1962 wurde eine Zusammenarbeit mit MAN vereinbart – allerdings ohne Erfolg. Die Schlepperproduktion endete am 15. Juli 1963. Die neugegründete „Porsche-Renault-Vertriebsgesellschaft übernahm die Ersatzteilversorgung der 120000 gebauten Schlepper. Die Halde der nicht verkauften Schlepper wurde innerhalb eines Jahres abgebaut. Danach wurden bei Porsche nie mehr Schlepper gebaut.
Heute kümmert sich der Porsche-Diesel-Club Europa um den Erhalt der Schlepper. Unter www.porsche-diesel-club.de finden Sie viele Informationen und Tipps rund um unser schönes Hobby.     

Die Historie der Porsche Schlepper
1937
Auftrag von Hitler einen Volksschlepper zu entwickeln

1950
Allgaier beginnt unter Lizenz von Porsche den Bau des orangenen AP 17.

1951
Tod von Professor Ferdinand Porsche

1953
Erweiterung der Produktpalette mit 12, 22, 33 44 PS Schleppern. Einstellung der Produktion des eigenen wassergekühlten Schleppers und Beginn der Produktion der grünen Allgaier-Porsche Schlepper.

1954
Bedarf eines neuen größeren Werkes. Gründung der Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH mit dem Mannesmann-Konzern

1956
Bau eines neuen Schlepperwerkes in Friedrichshafen. Lackierung der PORSCHE-DIESEL-Schlepper in Rot

1957
Beginn der Produktion in Friedrichshafen und Vorstellung einer neuen Produktpalette. Junior - Standard - Super - Master mit 14-25-38-50 PS

1958
Ankündigung der großen Typenbereinigung und die freundschaftlich-industrielle Zusammenarbeit mit Deutz. Verkauf im Inland von rund 11000 Schleppern! Export von ca. 6000 Schleppern!

1959
Produktion von knapp 20000 Schleppern.

1960
Präsentation einer völlig neuen Serie mit 15-20-26-30-35 PS. Angebot einer thermostatisch geregelten Luftkühlung

1961
Serienmäßig mit der neu entwickelten Bosch-Regelhydraulik. Vertrieb von 10000 Schleppern im Inland und 6000 Schleppern im Ausland.

1962
Entscheidung zur Einstellung der Schlepper-Produktion und Verkauf des gesamten Unternehmens an Renault.

1963
Montage der letzten Schlepper

 

Seitdem wurden nie wieder Porsche-Schlepper produziert.

Alfterer Landmaschinen Freunde Traktoren Einachser Reparierer

 

 

 

Spruch des Monats:

 

Ein Trecker stinkt und raucht

und geht nie wenn man ihn braucht!