Der Bodensee- Bautz

oder: Was der Treckervirus so alles bewirkt!


August 2015.
Wir, d. h. meine Freundin Birgit und ich, sind auf Treckerurlaubstour. Von Alfter in 3 Tagen ins Glottertal zum gleichnamigen Treffen und dann weiter zum Bodensee.
Hauptverantwortlicher ist allerdings Schlepperfreund Karl-Heinz M., der uns nahelegte – wenn wir schon am Bodensee sind – unbedingt den Biohof von Bernhard in Einhalden anzusteuern. Gesagt, getan – wir hielten es ein.
Bernhard ist immer sehr beschäftigt, die Kühe fordern. Sein Kumpel Fritz ist ruhiger, er gesellte sich zu uns und wir kamen ins Plaudern. Fritz ist Besitzer einer Straßenwalze von Kälble, die auf dem Biohof steht und uns schon bei der Ankunft aufgefallen war.
Außerdem besitzt Fritz einen 14er Bautz AS120, den er nicht fahrbereit von einem Bekannten übernommen hatte. Die Qualitäten dieses Bautz Traktors sollte ich beurteilen.
Mein Interesse lag ganz anders. Da ich meine erste Treckerfahrt im jugendlichen Alter auf dem elterlichen Hof mit so einem Bautz bestreiten durfte, sagte ich:
„Fritz, du kannst mit dem Traktor doch gar nichts anfangen, gib ihn mir.“
Fritz wollte aber Bautz fahren und sagte: „Mach ihn für mich zurecht und du kannst die Walze haben!“ Ich antwortete: „Da muß ich zweimal drüber schlafen!!“
Zwei Monate später ging die Geschichte weiter, Fritz brachte den Bautz auf einem Anhänger nach Alfter. Die Arbeit begann. Verschlissene Kolben, Ventile, Kipphebel und eine eingelaufene Kurbelwelle waren nur der Beginn einer langen Mängelliste. Kurzum, der Bautz ist eine große Aufgabe. Fritz war zwar etwas niedergeschlagen, ist aber heute freudiger Besitzer eines Deutz D15 mit Hydraulik, den ich vermittelt habe und im August 2016 zu ihm brachte. Die Walze steht mittlerweile in Alfter, aber das wird eine eigene Geschichte, also zurück zum Bodensee-Bautz: Auf der Suche nach Ersatzteilen stieß ich auf einen baugleichen Trecker aus dem Westerwald, der aber stark qualmte. Der Besitzer und ich wurden uns trotz alledem handelseinig und so entstand aus zwei Treckern einer. Die Zylinderköpfe wurden überholt, Auslaßventile und Führungen erneuert, Zylinderbuchsen gezogen und die Kolben mit neuen Ringen versehen. Der gesamte Trecker war mit einem etwas helleren Grünton als dem Originalen gestrichen. Eine Grundreinigung stand sowieso an. Hier lösten sich Teile der übergestrichenen Farbe ab und der Original-Haubenschriftzug kam zum Vorschein. Vier Stunden später war die nachgepinselte Farbe ab.
Der Bautz ist nun mit Leinölfirnis behandelt und steht, wie ich meine, ganz gut da. Somit ist der Bautz mein Beispiel für Original-Patina nach einer erfolgten Restaurierung.
Die Bilder beweisen es.
Grüße von der Schlepperfront
Ernst S.

Bilddokumentation

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Spruch des Monats:

 

Ein Trecker stinkt und raucht

und geht nie wenn man ihn braucht!